Im deutschen Archivwesen hat mit dem Einzug von Linked Open Data,
der Etablierung von Online-Findbüchern und übergreifenden
Archivportalen (hier seien das Archivportal-D und das Archives Portal
Europe
genannt) und der Konferenzen über Offene Archive eine Kultur
der weiteren Öffnung der Archive in Bewegung gesetzt.

Zwar ließ sich die Öffnung der Archive mit dem ersten
französischen Archivgesetz von 1794 nicht mehr verhindern – hier
wurde die Büchse der Pandora geöffnet, welche sich seit dem nicht
mehr schließen lässt. Dennoch sind die Archive und Archivarinnen
und Archivar in letzter Zeit noch stärker bestrebt, ihr Archivgut
stärker zu bewerben.

Dazu steht nicht nur eine aktive Social-Media-Gruppe im deutschen
Archivwesen bereit, welche via Facebook, Twitter, Blogs u.a.
Werkzeugen Archive und ihre Wissensarsenale in die Bevölkerung
tragen. Auch die oben genannten Anwendungen wie Portale sind zentrale
und wichtige Mittel zur stärkeren Wahrnehmung der Primärquellen
durch Bevölkerung und Forschungsprimaten.

Was bringen diese Werkzeuge allerdings, wenn die Nutzer sprachlich
nicht in der Lage sind? Hier sollten verstärkt Information
Retrieval-Strategien als taktisches Mittel angewendet werden.
Natürlich haben die konzeptuellen Modelle des IR seine Grenzen.
Vektormodelle und probabilistisches Retrieval sind keine wirkliche
Option, da diese Modelle die freie Suche des Nutzers einschränken.

Die wesentlichen Elemente werden am einfachsten in die
Erschließung eingearbeitet. Fachterminologie muss natürlich in die
Erschließung mit einfließen. Jedoch muss sich der/die
Archivar/Archivarin sich überlegen, ob aktuelle Begriffe oder
gebräuchlichere Begriffe in die Enthält-Vermerke eingefügt werden
sollten. So könnte der übernommene Titel bleiben bzw. der neu- oder
umgebildete Titel die damalige Fachterminologie beinhalten und
dennoch könnten archivische Suchmaschinen diesen Titel bei aktuellem
Sprachgebrauch finden.

Ein weiterer guter Ansatz ist die Vermeidung von Stoppwörtern wie
„und“, „in“, „der, die, das“. Dies sollte sowohl in der
Recherche als auch schon in der Erschließung beachtet werden.

Thesauri sind eine sinnvolle Methode, kann jedoch nur selten
angewendet werden. Die Gründe liegen darin, dass nicht für jedes
Thema ein Thesaurus zur Verfügung steht und dass professionelle
Thesauri nicht immer kostenfrei oder Open-Source zur Verfügung
stehen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die klassische archivische
Erschließung und das Information Retrieval, obwohl getrennt
voneinander entstanden, einander gut ergänzen und von der Fachschaft
teilweise sogar intuitiv angewendet werden.

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