In der Web 2.0-Landschaft haben sich in den letzten Jahren einige sehr interessante und nützliche Instrumente hervorgetan. Hier hat sich eine beeindruckende Infrastruktur entwickelt, mit welcher das Fachpublikum am laufenden Band auf den aktuellsten stand gebracht wird.

Im folgenden möchte ich diese Social Media Präsenzen genauer beleuchten. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf vollständigkeit – im Gegenteil. Ich werde einiges weglassen. Es handelt sich hier um eine Momentaufnahme von Ende April 2014.

Als erstes möchte ich hier zwei Webpräsenzen nennen, welche nicht Institutionell arbeiten, sondern „Privat“ sind. Als erstes sei Archivalia erwähnt, auf welchem mehrere Autoren ber Archivrelevante und artverwandte Themen Posten. Hierbei vergessen immer viele, dass Archivalia jedem offen steht und man sich einfach dort anmelden kann.

Ein neuerer Account ist der Twitteraccount ArchivBote, welcher Neuigkeiten Zwitschert bzw. Retweetet. Die Bandbreite ist hierbei nahzu unbegrenzt.

Damit sei das Kapitel über die „Privaten“ bereits abgeschlossen. Natürlich gibt es noch andere Archivare, welche Informationen über Social Media allgemein Verfügbar machen. Diese lasse ich allerdings weg, da dort auch ganz gewöhnliche Informationen wie z. B. Restauranttipps, Urlaubsfotos etc. gepostet werden, welche das Fachpublikum in diesem Kontext nicht interessiert.

Kommen wir nun zu den institutionellen Accounts. Hier eröffnet sich die größte Bandbreite an archivischen Fachinformationen. Diese werden hier in erster Linie für die information und akquise von Nutzern des Archivs genutzt. Allerdings fallen hier viele Fachinformationen ab.

Ganz vorne ist hier das Stadtarchiv Speyer, welches u. a. auf Facebook, Twitter und flickr vertreten ist. Hierbei werden nicht nur Informationen über die speyerer Bestände und das Archiv gepostet, das Stadtarchiv ist zudem mit dem Twitteraccount Archive20 und dem dazugehörigen Weblog über Social Media im deutschsprachigen Archivwesen aktiv. Diese Archiv20-Präsenz ist begleitend zu den Fachtagungen „Offene Archive“, welche 2012 und 2014 durchgeführt wurden. Das Stadtarchiv Speyer nimmt eine Führungsrolle im Social Media des deutschen Archivwesens ein und zeigt hierbei eindrucksvoll, dass eine Social Media-Präsenz keine kostenaufwendige Angelegenheit ist, denn das Stadtarchiv füllt diese Präsenz neben seiner Tätigkeit und Rolle als Archiv durch und hat keine große Grundsatzabteilung, welche spezielle Stellen dafür einrichten könnte.

Wir bleiben in Rheinland-Pfalz und schauen uns ein anderes, sehr aktives Archiv an – das Stadtarchiv Linz am Rhein. Hier handelt es sich um ein „Ein-Frau-Archiv“, welches nichts desto trotz sowohl auf Facebook als auch auf Twitter vertreten ist. Hier kann man sehr eindrucksvoll sehen, wie regionale Geschichte lebendig werden kann.

Würde man hier nun auf dieser rechten Seite dem Rhein nach Süden folgen, kommt man nach Mannheim, welches ein ebenfalls sehr aktives Stadtarchiv besitzt.

Auch das Stadtarchiv Mannheim ist bei Facebook und twitter vertreten und wirkt hierbei regelmäßig und aktiv im Social Media mit.

Damit Wende ich mich nach Norden und beleuchte nun die Web 2.0-Präsenz in NRW. Hier schlagen vier sehr bedeutende Institutionen zu Buche, welche aus dem bisher genannten Strukturen ausbrechen.

Als erstes sei hier das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein genannt, welches nicht nur auf twitter vertreten, sondern betreibt auch einen institutionellen Weblog, welcher nicht nur von Kreisarchiv betrieben wird, sondern an dem alle Archive des Kreises Siegen-Wittgenstein partizipieren. Auch das Archivamt LWL schreibt bei einzelnen Artikeln an siwiarchiv.de mit. Siwiarchiv befasst sich mit Archiv- und Geschichtsbezug der Region. Allerdings sind die Archive dabei nicht statisch – auch werden z. B. Relevante Inhalte über den Bezirk Spandau von Berlin, eine Partnerstadt des Kreises Siegen-Wittgenstein, gepostet.

Das vorgenannte Archivamt für Westfalen ist ebenfalls im Web 2.0 aktiv. Neben dem Facebook-Auftritt ist das 1927 gegründete Amt für kommunale und private Archive in Westfalen und das Archiv des LWL auch mit einem Weblog vertreten. Hier Postet das Archivamt zwar unverkennbar mit Bezug auf Westfalen, aber auch allgemein nützliche informationen werden hier zur Verfügung gestellt.

Zum dritten möchte ich in NRW auf das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen eingehen, welches einen Facebook-Auftritt unterhält, aufzeigen. Hier wird, ähnlich wie bei siwiarchiv.de, den verschiedenen Mitarbeitern des Landesarchivs die Möglichkeit gegeben, sich einzubringen. Dieser Auftritt ist nicht an eine statische Gundsatzabteilung gebunden [vgl. dazu Vortrag von Bastian Gillner zum Thema “Startbahn, Spielwiese oder Sackgasse? Erfahrungen mit dem Facebook-Auftritt des Landesarchivs NRW”, Tagung “Offene Archive 2.1”, 3. bis 4. April 2014, Hauptstaatsarchiv Stuttgart].

Last but not least möchte ich in NRW das Stadtarchiv Köln erwähnen. Durch die Katastrophe am 3. März 2009 war das Stadtarchiv gezwungen, ganz neue Wege zu gehen. Hierzu gehört auch eine starke Social Media-Präsenz, um mit den Nutzer kontakt zu behalten und die Nutzer über die Benutzungsmöglichkeiten zu informieren. Das historisches Archiv der Stadt Köln verfügt seit kurzem über einen Facebook-Auftritt. Parallel dazu verläuft die Web 2.0-Präsenz des Digitalen Archiv der Stadt Köln, welches auf Facebook und auf Twitter. Damit wäre die Archivlandschaft in NRW in Bezug auf Social Media beleuchtet.

Nun möchte ich meinen Blick Richtung Nordosten lenken. In Osnabrück ist das Universitätsarchiv mit einem Facebook-Auftritt vertreten. Hier wird nicht nur das Schriftgut der Universität präsentiert, auch die Archivlandschaft Niedersachsens wird hier aufgezeigt.

Wenn man noch etwas weiter östlich geht, kommt man an eine der beiden Hochschulen, welche für die Ausbildung von Archivaren zuständig ist. Die Fachhochschule Potsdam betreibt einen Weblog zur Fernweiterbildung Archiv und Bibliothek. Dieser Weblog ist noch sehr jung und dokumentiert die Fernweiterbildung von Archivaren und Bibliothekaren in Postdam.

Abschließend möchte ich hier noch den VdA erwähnen, welcher einen Facebook-Auftritt hat, welcher sich zu einer archivfachlichen Presseschau entwickelt hat.

Abschließend kann man sagen, dass die Archivlandschaft in Deutschland punktuell gut Vertreten ist im Web 2.0. Einzelne Präsenzen heben sich dabei hervor und bilden eine Art „Major League“ in der Disziplin des Social Media unter archivarischen Gesichtspunkten. Wie man an den oben genannten Beispielen sieht, liegt der Schwerpunkt auf Kommunalarchiven, aber kaum eine Archivsparte ist dabei ausgespart. Auf Grund des bereits jetzt erreichten Potenzials steht die Hoffnung, dass die Szene der im Web 2.0 aktiven Archive weiter wächst.

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